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Heute ist Weltfrauentag – warum wir diesen Tag feiern sollten

2019 ruckelte es mächtig in Berlin. Das Bundesland beschloss, einen neuen Feiertag einzuführen. Die Wahl fiel, zur Überraschung vieler, auf den 8.März – den internationalen Frauentag. Durch diese Neuerung rückte der Tag, der in Deutschland schon fast vergessen war, wieder verstärkt in unser Bewusstsein. Am 8. März feiern wir also die Stärke und das Selbstbewusstsein von Frauen aus aller Welt, die sich für Gleichberechtigung und Freiheiten stark gemacht haben und dies immer noch tun.

Aber wie kam es eigentlich dazu, dass ein Tag geschaffen wurde, an dem die Frauen im Mittelpunkt stehen?

Moderne Frauen in unserer Gesellschaft sind heute berufstätig, gründen Unternehmen, sie gestalten ihr Leben selbstbestimmt und entscheiden eigenständig, wofür sie Geld ausgeben und welche Mode sie tragen. Doch diese Freiheiten wurden uns nicht geschenkt. Wir Frauen haben sie uns couragiert erkämpft. Wussten Sie, dass Frauen in der BRD bis zum Beginn der 1960er-Jahre nur mit Zustimmung des Ehemannes ein eigenes Bankkonto eröffnen durften? Auch die Erlaubnis, Hosenanzüge zu tragen, Auto zu fahren oder arbeiten zu gehen, mussten sie sich erst erkämpfen. Für diesen Mut und die Beharrlichkeit können wir Frauen uns zu Recht feiern lassen und uns selbst auf die Schulter klopfen.

Der erste Frauentag: Frauen fordern ihre Rechte ein

Frauen auf einem Ruderboot

Recht für Frauen seien keine „Sonderrechte, sondern Menschenrechte“, erklärte einst die deutsche Sozialistin und Frauenrechtlerin Clara Zetkin (1857 – 1933). 1910 schlug sie auf der zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen vor, einen Feiertag für Frauen ins Leben zu rufen. An diesem Tag sollten sozialistische Frauen die Möglichkeit haben, sich weltweit und öffentlich für die politische Mitbestimmung der Frau einzusetzen. Vorbild für diese Idee war eine Initiative von Frauen in den USA.

Bereits am 19. März 1911 demonstrierten mehr als eine Million Frauen in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz für das freie, geheime und gleiche Frauenwahlrecht. Anfang des 20. Jahrhunderts war es Frauen in fast keinem Land erlaubt, an den Wahlen teilzunehmen. Ab 1919 durften Frauen in Deutschland schließlich zum ersten Mal mit zur Wahlurne schreiten. Die Schweiz machte dies übrigens erst 1971 möglich.

Weltfrauentag: ein Tag für Gleichberechtigung und Frauenrechte

Der Frauentag etablierte sich dennoch weiterhin als Feiertag für Frauenrechte – wie zum Beispiel Arbeitsschutzgesetze, ausreichender Mutterschutz, gleicher Lohn für gleiche Arbeit und mehr. Ab 1921 setzte sich der 8. März als festes Datum für diesen besonderen Tag durch. Weltweit machen Frauen an diesem Tag mit Aktionen und Demonstrationen auf die Ungleichbehandlung von Frauen und Männern in der Gesellschaft aufmerksam. Dabei geht es unter anderem um die Gleichberechtigung aller Geschlechter und die Stärkung der Frauenrechte in allen Ländern.

Wie international ist der Frauentag?

Machen wir einen Sprung ins Jahr 1975: Dieses Jahr hatten die Vereinten Nationen (UN) zum internationalen Jahr der Frau erklärt und feierten ihn am 8. März. Die Mitarbeiterinnen im UN-Sekretariat nutzten diesen Anlass und gründeten eine Gruppe, die sich für die Rechte der Frauen stark machte. Diese Initiative führte unter anderem dazu, dass die UN den 8. März 1977 fortan sogar als offiziellen internationalen Frauentag ausrief und seitdem jährlich feiert. In einigen Staaten ist der Frauentag ein gesetzlicher Feiertag, zum Beispiel in Angola, Georgien, Kambodscha, Kuba, Laos, Madagaskar, Russland, der Ukraine und Vietnam. In Deutschland haben bisher, wie bereits erwähnt, nur die Berliner an diesem Tag frei.

Warum der Frauentag so wichtig ist: Moderne Frauen kämpfen für ihre Rechte

Portrait einer Frau

Was als Kampf für das Wahlrecht begann, ist heute ein Tag, an dem spezielle Themen in den Mittelpunkt rücken, die das Leben von Frauen und Mädchen weltweit betreffen. So setzen sich Frauenrechtlerinnen dafür ein, dass Mädchen die gleichen Bildungschancen wie Jungen erhalten oder sie kämpfen gegen Unterdrückung und Gewalt gegen Frauen.

In den letzten 100 Jahren haben sich Frauen auf der ganzen Welt viele Freiheiten und Gleichberechtigung erkämpft. Es lohnt sich, wenn Sie sich am 8. März daran erinnern, was auch Sie alles schon erreicht haben. Moderne Frauen haben Spaß am Leben und kreieren ihren eigenen Stil. Nehmen Sie sich Zeit, verabreden Sie sich mit Ihren Freundinnen und gehen Sie gemeinsam feiern, zum einem Konzert, ins Museum, in eine Ausstellung, zu einem Vortrag oder vielleicht auch zu einer Demonstration. Ganz gleich, ob Sie sich für das Lieblingskleid entscheiden oder ob Sie einmal bewusst „die Hosen anhaben“: Sie entscheiden, wo es hingeht. Natürlich nicht nur an diesem einen Tag, sondern an allen Tagen können Sie selbstbewusst und mit Frauenpower für sich einstehen.

Wie sagte die Schriftstellerin Astrid Lindgren so schön: „Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar!“

Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei!

 

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