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Osterbräuche weltweit – von Hasen, Hühnern und Heringen

Liebe Leserinnen, in diesem Jahr begehen wir alle das Osterfest etwas ruhiger, als wir es vielleicht bisher getan haben. Dennoch freuen wir uns auf den Frühlingsbeginn und die freien Tage. Wenn wir auch nicht am Osterfeuer sitzen oder mit der Familie zusammenkommen, so können wir unseren Lieben ein Paket schicken, vielleicht mit etwas Selbstgebackenem oder einer kleinen Aufmerksamkeit, und miteinander telefonieren. Um Ihnen die Zeit bis dahin zu versüßen, blicken wir heute über den Tellerrand. Wir haben uns auf der ganzen Welt umgesehen und stellen Ihnen traditionelle, lustige oder auch skurrile Osterbräuche aus anderen Ländern vor.

Großbritannien: glückbringende Traditionen

Purzelbaeume schlagen an Ostern

Engländerinnen und Engländer beschriften an Ostern Hühnereier und legen sie in ein Sieb. Danach schütteln sie kräftig, bis nur noch ein letztes unbeschädigt ist. Dem Besitzer winkt in diesem Jahr das Glück. Wer mit einem Weidenkätzchenzweig gestreichelt und dabei mit Glückwünschen bedacht wird, dem ist das Glück ebenfalls wohlgesonnen. In Wales wird es zu Ostern besonders sportlich: Am Ostersonntag steigen die Waliser am Morgen auf einen Hügel. Abwärts geht es im Anschluss mit Purzelbäumen.

Irland: Abschied von den Heringen

Besonders skurril wirkt ein Brauch aus Irland. Hier werden traditionell am Ostersonntag Heringe in der Erde begraben. Damit verabschieden sich die Iren bildlich von einer weit verbreiteten Speise während der Fastenzeit, den Heringen. Weil in dieser Zeit kein Fleisch gegessen werden darf, stehen die Fische häufig auf dem Speiseplan. Die Osterumzüge selbst sind in Irland wie auch in anderen Ländern sehr farbenfroh und fröhlich.

Bulgarien: traditionelle Eierschlachten

Ostereier sind in Bulgarien ein wichtiges Ostersymbol. Das Färben der Eier folgt strengen Regeln. So beginnen die Bulgaren damit am Gründonnerstag. Das erste Ei wird traditionell rot gefärbt und ist Teil eines Brauchs. Die älteste Frau des Hauses streicht damit den Kindern über die Wange, um ihnen Gesundheit zu wünschen. Zur Messe am Ostersonntag gehört schließlich auch eine wahre Eierschlacht, bei der die Bulgaren Kirchen und andere Personen mit Eiern bewerfen. Das Ziel: Das eigene Ei soll unbeschädigt bleiben, denn das verheißt Erfolg und Glück.

Australien: Beuteltier statt Osterhase

Schokobilby

Was bei uns der Osterhase ist, ist in Down Under der Bilby. Das kleine Beuteltier mit der spitzen Nase bringt praktischerweise den Beutel für den Transport gleich mit. Darin bewahrt das Tierchen dem Brauch nach die Ostereier auf, die es anschließend verteilt. Und ebenfalls wie bei uns gibt es den tierischen Frühlingsboten auch aus Schokolade gegossen im Supermarktregal. Ersetzt wurde der Osterhase in Australien, weil die Nagetiere dort früher eine Plage waren.

Spanien: die zeremonielle Karwoche

Die Semana Santa von Palmsonntag bis Ostersonntag ist jedem Spanier ein Begriff. In andächtigen Prozessionen feiern die Menschen dort in der Karwoche das Osterfest und ziehen in großen Gruppen und hinter Kapuzen versteckt durch die Straßen. Am Ostersonntag findet der Höhepunkt mit der Segnung geschmückter Palmwedel statt.

Frankreich: stumme Glocken

Schokoglocke mit Schleife

In Frankreich begehen die Menschen Ostern sehr traditionell mit Kerzen und Prozessionen. Im Fokus der Feiern stehen die Kirchenglocken, die von Karfreitag bis Karsamstag stillstehen und nicht klingen. Man erzählt sich, dass ihr Läuten in dieser Zeit nach Rom geht und den Papst besucht, um danach am Ostersonntag zurückzukehren. Dabei bringt es Süßigkeiten wie Schokoladenglocken mit, die versteckt und von den Kindern gesucht werden.

Finnland: von Traditionen und Osterhexen zum Osterfest

In dem skandinavischen Land ist Ostern sehr von seinem kirchlichen Ursprung geprägt. Eine Woche vor dem Fest, ab Palmsonntag, versetzen sich die Finnen mit Birkenruten leichte Hiebe auf den Rücken. Sie glauben, dass diese Tradition Glück bringt, und erinnern damit an Jesus´ Einzug in Jerusalem. Bis Ostersonntag trauern die Finnen. Am Ostersonntag ziehen dann kleine verkleidete Osterhexen mit geschmückten Ruten durch die Straßen und beenden diese stille Zeit.

Griechenland: das wichtigste Fest des Jahres

Auf großen Feiern und Prozessionen begehen die Griechen das für sie wichtigste Fest des Jahres. Feierlich stehen sie bei diesen Veranstaltungen, die sehr lange dauern können, zusammen. Am Samstag vor Ostern beenden sie mit der Ostersuppe traditionell die Fastenzeit und tischen am Ostersonntag deftigen Lammbraten und Rotwein auf.

In diesem Jahr kann Ostern nicht so zelebriert werden, wie es in den jeweiligen Ländern Brauchtum ist. Das heißt jedoch nicht, auf liebgewordene Traditionen verzichten zu müssen! Welcher Osterbrauch wird Sie trotz der besonderen Situation begleiten? Schreiben Sie es uns gerne – wir freuen uns auf regen Austausch mit Ihnen!

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