Like

Heilfasten mit 50+: So entgiften Sie Ihren Körper richtig

Bald beginnt wieder die bis Ostern andauernde Fastenzeit. Zu diesem Anlass wollen wir uns mit einer besonderen Form des bewussten Verzichts beschäftigen: dem Heilfasten. Insbesondere interessieren uns dabei die Fragen, für wen diese Art der Entschlackung geeignet ist und ob auch Menschen im Alter 50+ mit gutem Gewissen davon Gebrauch machen können.

Entschlackungskuren: Auswirkungen auf den Körper

Der vordergründige Zweck des Heilfastens, auch „Detox“ genannt, ist es, den Körper zu entgiften. Durch den Verzicht auf feste Nahrung und Genussmittel – vor allem Fleisch, Süßigkeiten, Zigaretten und Alkohol – werden die natürlichen Entgiftungs- und Entschlackungsmechanismen des Körpers angeregt und so die Selbstheilungskräfte aktiviert. Nach ein bis zwei Tagen des Nahrungsentzuges schaltet der Körper auf einen Hungerstoffwechsel um und zehrt von körpereigenem Eiweiß.

Das Heilfasten kann sich ebenso positiv wie negativ auf den Körper auswirken. So ist es möglich, dass sich während der Fastenzeit ein zu hoher Blutdruck reguliert, Herz und Kreislauf entlastet werden und das Immunsystem angeregt wird. Zudem können die Entgiftung des Körpers und der damit einhergehende Verzicht entzündungshemmend wirken und zur Entwässerung beitragen. Auf der anderen Seite kann es insbesondere in der Anfangszeit einer Entschlackungskur zu Schlafstörungen, niedrigem Blutdruck, Kopfschmerzen, Hautreaktionen und Stimmungsschwankungen kommen. Darüber hinaus werden die Abwehrkräfte durch den Nahrungsverzicht zunächst geschwächt und die Auffälligkeit für Infektionskrankheiten steigt. Durch das Zurückgreifen auf körpereigenes Eiweiß, also Muskelproteine, nimmt die Muskelmasse ab und muss nach der Entschlackungskur neu aufgebaut werden. Da auch der Herzmuskel betroffen ist, sollten Menschen mit Herzproblemen vom Heilfasten absehen. Ebenfalls ungeeignet ist die Kur für Diabetiker, schwangere sowie stillende Frauen und Krebspatienten. Daher sollte vor der Entscheidung für das Fasten ein Arzt zurate gezogen werden; bei längeren Kuren ist unbedingt die Durchführung unter ärztlicher Aufsicht zu empfehlen.

Fasten ist nicht gleich Fasten

Es gibt ganz unterschiedliche Arten des Heilfastens. Dabei geht nicht jede Form mit einem völligen Nahrungsverzicht einher. Wenn Sie also mit dem Gedanken spielen, eine Entschlackungskur durchzuführen, ist es ratsam, sich mit den verschiedenen Varianten zu beschäftigen und diejenige zu wählen, die am besten auf die eigene körperliche Verfassung abgestimmt ist.

Wer rundum gesund ist, kann sich zum Beispiel am klassischen Fasten nach Buchinger versuchen. Dabei sind keinerlei feste Lebensmittel erlaubt, es dürfen lediglich Wasser, Kräutertees, Obst- und Gemüsesäfte sowie Brühe getrunken werden. Bei der F.X.-Mayr-Methode dürfen Sie hingegen zu trockenen Brötchen mit Milch, die sehr lange gekaut werden, oder zu Schonkost greifen. Wichtig ist dabei vor allem die sanfte Darmentleerung, beispielsweise mithilfe von natürlichem und reizarmem Bittersalz. Haben Sie einen empfindlichen Magen? Dann ist eher das Schleimfasten etwas für Sie, bei dem Sie Reis-, Hafer- oder Leinsamenschleim zu sich nehmen können. Auch Molke- oder Saftfasten sind mögliche Varianten, die auf dem ausschließlichen Trinken von Obst- und Gemüsesäften oder Molke in Verbindung mit Saft und Wasser basieren.

Wem der Verzicht auf feste Nahrung während der für den Körper ungewohnten Fastenzeit zu radikal ist, der findet mit dem sogenannten Basenfasten eine sanftere Methode. Dabei verzichten Sie über einen bestimmten Zeitraum hinweg auf säurebildende Nahrungsmittel. Dazu zählen etwa Fleisch, Fisch, Getreide, Milchprodukte, Nudeln, Brot, Süßigkeiten, Limonaden und Alkohol. Erlaubte Lebensmittel sind hingegen Gemüse, Obst, Kräuter, Pilze, Keimlinge, Pistazien und Mandeln. Zu trinken gibt es zwei bis drei Liter stilles Wasser oder verdünnte Kräutertees. Diese Variante des Heilfastens kann nicht nur der Entgiftung dienen, sondern auch als Einstieg zu einer dauerhaften Nahrungsumstellung genutzt werden. Mehr Informationen dazu finden Sie unter www.basenfasten.de.

Richtig fasten

Die Dauer der Fastenzeit hängt hauptsächlich von Ihrer persönlichen Konstitution ab. Für Anfänger empfehlen sich fünf bis sieben Fastentage; wer den Verzicht gut verkraftet, kann um eine weitere Woche verlängern. Selbst eine Dauer von vier Wochen ist denkbar, wenn Sie bereits positive Erfahrungen mit einer zweiwöchigen Entschlackungskur gemacht haben. Vor Beginn Ihrer Fastenzeit sollten Sie als Vorbereitung zwei bis drei Tage lang nur Obst, Gemüse und Reis verzehren und viel trinken. Zigaretten, Alkohol, Koffein und Süßes sind bereits in dieser Phase tabu. Zur Unterstützung der Darmentleerung nehmen Sie sowohl am Anfang als auch nachfolgend alle zwei Tage ein Passagesalz ein, das zusätzlich das Hungergefühl unterdrückt. Sind Sie am Ende des Entschlackungsprozesses angelangt, sollten Sie nicht sofort wieder zuschlagen, sondern zunächst leicht bekömmliche Schonkost zu sich nehmen. So bringen Sie Ihren Verdauungstrakt auf sanfte Weise wieder in Schwung.

Besonders wichtig ist es, während der Fastenzeit täglich etwa zweieinhalb Liter zu trinken, immer wieder Ruhepausen einzulegen und sich maßvoll zu bewegen. Um die Entgiftung über Haut, Lunge und Leber zu fördern, helfen Saunabesuche, Spaziergänge und eine auf den Bauch gelegte Wärmflasche. Auch Fastenwanderungen sind möglich, bei denen Sie unter Aufsicht und gemeinsam mit einer Gruppe den Nahrungsverzicht mit ausgedehnten Wanderungen verbinden.

Haben Sie in erster Linie die Gewichtsabnahme durch eine Fastenkur im Sinn, müssen wir Sie leider enttäuschen: Zwar nehmen Sie, während Sie Ihren Körper entgiften, zunächst ab, aber sobald Sie wieder wie gewohnt Nahrung zu sich nehmen, setzt der Jo-Jo-Effekt ein. Nachhaltiger Gewichtsverlust ist nur mit einer dauerhaften, gesunden Nahrungsumstellung möglich. Eine Möglichkeit für eine gesunde Lebensführung ist beispielsweise Ayurveda. Wie Sie die indische Heilkunst in Ihren Alltag integrieren, können Sie in » diesem Beitrag nachlesen.

Auf den Körper hören

Am besten sind Sie beraten, wenn Sie Ihre Fastenkur als Möglichkeit nutzen, ein neues Körpergefühl zu entwickeln. Deshalb wird das Entschlacken häufig in Verbindung mit Wellnessanwendungen, viel Bewegung an der frischen Luft und Zeit zum Nachdenken durchgeführt. Grundsätzlich ist dies in jedem Alter möglich. Die Voraussetzung ist, dass Sie Ihren Körper gut kennen und genau wissen, was Sie ihm zumuten können. Wenn Sie sich fit genug fühlen und nicht unter den genannten Erkrankungen leiden, steht nach Rücksprache mit Ihrem Arzt auch mit 50+ einer Fastenkur nichts im Wege.

Haben Sie schon einmal eine Fastenkur ausprobiert? Welche Variante bevorzugen Sie?